Wir können die Welt nicht ändern, aber wir können lernen mit den Dingen besser umzugehen.

Das war einer der ersten Sätze, den ich den Kindern meiner neuen Achtsamkeits AG ans Herz gelegt habe. Und mit ein paar einfachen Übungen verbunden. Eine Möglichkeit ist, kurz anzuhalten, Situation angucken, nicht automatisch reagieren, ein paarmal atmen und dann bewusst reagieren. In der Anfangsrunde in der Woche danach erzählt ein Mädchen, dass sie sich bei einem Streit mit ihrer Mutter einfach auf den Boden gesetzt hat, um die Situation anzuschauen und zu atmen – so wie wir es besprochen haben. Und es hat geklappt. Sie haben sich nicht weiter gestritten, aber die Situation geklärt. Was für eine wunderbare Idee von ihr. Ich musste wirklich lachen.

Achtsamkeit ist bewusste Anwesenheit.

Und dabei ist es egal, ob es um das Gefühl, den Gedanken oder den Körper geht. UND: Wichtig bei dem Erleben ist immer, dass nichts bewertet wird, alles so respektiert wird, wie es gerade ist. In unserer zweiten Stunde machen wir einen Bodyscan. Dafür stellen wir uns vor, dass wir Forscher sind. Forscher zu sein ist etwas ganz Tolles. Als Forscher musst du dich zunächst vorbereiten. Dann muss man seinen Beobachtungsposten einnehmen und dann genau zuhören und zuschauen. So haben wir uns zunächst einige Minuten lang mit Yoga etwas bewegt. Danach durften die Kinder sich hinlegen und die Augensäckchen, mit Lavendel gefüllt, kamen zum ersten Mal zum Einsatz. Ich liebe den Duft! Dann sind wir durch unseren Körper gereist. Ganz achtsam.

Denn unser Körper ist unser Freund.

In die dann erstellten Körperbilder, haben die Kinder dann ihre Erfahrungen eingetragen. Welche Farbe hat dein Herz oder dein kleiner Finger? Wo werden diese Gedanken und Gefühle in meinem Körper gespeichert? Was könnt ihr mit euerm Körper gut machen? Habt ihr euern Füßen heute schon DANKE gesagt, dass sie euch jeden Tag tragen? „Aber wir singen doch wieder unser Abschiedslied?“ fragt eines der Mädchen, als ich ansage, dass es jetzt Zeit ist aufzuräumen.

„Natürlich tun wir das“ sage ich und freue mich über 7 Minuten: I´m happy, I´m good. Und beschwingt und entspannt verlassen wir alle den Raum, natürlich nicht ohne uns zu sagen, wie sehr wir uns auf das nächste Mal freuen. Und das ist genau so gemeint!