Kennst du das auch? Dein Kind ist besonders emotional, schreit vielleicht, oder weint,  wütet, und du würdest so gerne ruhig und unterstützend reagieren, aber auch bei dir wird irgendwas angetickt. Und du wirst selber emotional. Lässt dich hineinziehen in das Spektakel.

Ich habe 3 Kinder. Alle drei sind sowohl die wunderbarsten Wesen auf der Welt, können mich aber auch, jeder für sich, zur absoluten Weißglut bringen. Das ist für ein gesundes Familienleben natürlich nicht wirklich förderlich. Deshalb ist es wichtig, diese Emotionen für sich zu händeln und auch hier den Kindern ein gutes Vorbild zu bieten, wie das geht. Das wird dein Familienleben enorm entspannen. Versprochen!

Wenn du also lernen möchtest gelassener mit solch emotionalen Situationen umzugehen,

habe ich ein paar wirklich gute Strategien für dich. Versuche sie nach und nach und schaue, was für dich und dein Kind passt. Und lass dir gesagt sein, es ist alles okay, so wie es ist! Du musst gar nichts lösen oder klären, deine Aufgabe ist es, deinem Kind einen Raum anzubieten, in dem es SEIN kann. Die Kunst ist es, das auszuhalten. Mit all den Gefühlen, die da sind.

Die 6. Strategie solltest du für DICH aber unbedingt jedes Mal anwenden:

1. Warte ab, bis sich das Kind etwas beruhigt hat,

um deine Gedanken und Gefühle mit ihm zu teilen. Gib dem Gefühl Raum, dass bei deinem Kind gerade da ist.

Wichtig: Denke daran, dass ein Kind (oder Erwachsener), wenn es emotional reaktiv ist, nicht in der Lage ist, die Teile seines Gehirns zu nutzen, die es ihm ermöglichen, rational zu denken und zu denken. Deshalb ist es wichtig erstmal den ersten Sturm abzuwarten.

Um das überhaupt auszuhalten:

2. Erde dich, während du darauf wartest, dass sich das Kind beruhigt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das zu tun:

Tiefes Atmen:

Atme durch die Nase ein, während du bis vier zählst.

Halte zwei Zählimpulse die Luft an.

Atme durch deinen Mund aus, während du bis vier zählst.

Halte wieder für zwei Impulse.

Das ganze wiederholst du mehrmals.

Erdung:

Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Füße und spüre sie auf dem Boden. Dann wiederhole innerlich ein Mantra, dass dich beruhigt und positiv unterstützt.

Zb Ich bin ganz ruhig und gelassen. Es ist, wie es ist und so ist es richtig.

3. Übe aktives, reflektiertes Zuhören.

Höre genau zu, was das Kind sagt. Wiederhole dem Kind, was du gehört hast, ohne emotional zu werden. Achte dabei auf deine Stimme und Körpersprache.

4. Erinnere dein Kind daran, dass sich Gefühle immer ändern.

Wenn wir starke, angenehme oder unangenehme Gefühle verspüren, kann man leicht glauben, dass diese Gefühle für immer bleibt. Erinnere dein Kind (und dich) daran, dass Gefühle unbeständig sind, was bedeutet, dass sie sich ständig ändern.

Wie das Wetter. Du kannst dich in einem Moment glücklich und im nächsten traurig fühlen. Oder du bist wütend und ein paar Minuten später aufgeregt. Es ist sogar unglaublich spannend deinen Gefühlen wie ein Forscher zu begegnen und sie zu erkunden.

5. Biete deinem Kind einen (Gesprächs)Raum an, indem ihr euch austauscht, wenn es sich ruhiger fühlt.

Du könntest sagen: „Ich sehe, dass du dich jetzt etwas beruhigt hast. Darf ich ein paar Fragen stellen, um besser zu verstehen, warum du dich so geärgert hast? “

6. Eine besonders wichtige Strategie ist es, sich selbst etwas Gutes zu tun! Selbstfürsorge ist eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Elternteils!

Der aufmerksame und achtsame Umgang mit Kindern ist eine harte, kritisch und besonders wichtige Arbeit. Feiere dich für deine Liebe und Aufmerksamkeit, die du dem Kind (und ebenso dir selbst) angeboten hast. Auch wenn es noch nicht genau so geklappt hat, wie du dir das wünschst. Feiere dich! Koch dir einen Tee, lies ein gutes Buch, nimm dir ein paar Minuten allein oder gönne dir einen besonderen Genuss.

 

Enjoy,

Tina