Veränderung ist ein Prozess. Es wird selten schlagartig funktionieren, dass die Dinge sich verändern. Gerade die guten Vorsätze fürs neue Jahr frustrieren uns nach einiger Zeit, weil wir es wieder nicht hinbekommen haben. Aber das ist Quatsch!

Es dauert, bis sich Veränderungen einstellen.

Dieses Wissen, brauchen wir, um der Veränderung überhaupt eine Chance zu geben. Der Frust, es wieder nicht geschafft zu haben, raubt uns soviel Energie, dass wir die für die Veränderung nicht mehr parat haben. Aufgeben. Uns abwenden.

Veränderung ist ein Prozess

Mit dem Wissen, dass es in Ordnung ist nicht sofort komplett alles direkt zu verändern und sich Zwischenziele zu stecken, hast du die besten Chancen, deine Veränderungen auch umzusetzen. Sei nicht so streng mit dir und wisse: Veränderung ist ein Prozess und passiert nicht von heute auf morgen! Finde ein gutes Zwischenziel und richte deinen Blick darauf! Dann setze ein nächstes Zwischenziel.

Wie ist ein Ablauf:

Ich find etwas nicht gut, die Situation wiederholt sich immer wieder. (Immer wieder esse ich abends Chips vor dem Fernseher)

So nach und nach festige ich meine Meinung. (Ich will das nicht mehr. Ich werde dicker und meine Haut wird schlechter, ich schlafe nicht so gut, weil ich immer fettiger und mit Nachdurst im Bett liege)

Dann beschließe ich etwas zu verändern. (So kann das nicht weitergehen! Ich muss etwas ändern. Ich esse ab jetzt nichts mehr nach 18 Uhr und nur noch gesund)

Das gelingt dann, sogar meist im ersten Anlauf. (Heute habe ich es geschafft, keine Chips zu essen – obwohl ich Hunger darauf hatte und ständig um den Schrank geschlichen bin. Ich bin sehr stolz auf mich. Das mache ich jetzt immer so.)

Dann kommt ein Tag, an dem wird es aber wahrscheinlich nicht funktionieren. (Heute habe ich mich so geärgert und hatte so einen stressigen Tag, jetzt ist auch schon egal, heute esse ich wieder Chips. Und ich habe ein wirklich schlechtes Gewissen. Und aus Frust esse ich noch mehr Chips. Ich schaff das nicht! Ich bin so unfähig. So doof. Ich kann gar nichts.)

Wenn wir in diesen Modus der Selbstkritik kommen, wird Veränderung gestoppt. Manchmal verschlechtert sich die Situation sogar noch. (und dann esse ich eben zwei Tüten Chips – ist ja auch schon egal – ich kann ja eh nichts ändern)

Mit dem Bewusstsein, dass es völlig normal ist das Ziel nicht mit einem Anlauf zu erreichen, kann ich weitergehen und mein nächstes Zwischenziel abstecken. Und das Ganze sogar in Freude. Denn ich bin auf dem Weg, mein Ziel zu erreichen. Der Weg besteht aus Zwischenzielen, Rückschritten, neuen Zwischenzielen. Und immer wieder der Fokussierung auf den Weg. Der Weg, der letztendlich zum Ziel führt.

Es ist in Ordnung, nicht sofort die komplette Veränderung herbeizuführen.

(Ja. Das mache ich. Ich muss mich gar nicht selbst beschimpfen, dass ich es nicht geschafft habe von einem Tag auf den anderen aufzuhören. Kein Mensch schafft das – zumindest nicht dauerhaft)

 

Was ich jetzt brauche sind: Schritte.

Genau die sind wichtig, um eine Veränderung herbeizuführen. Der innere Schweinehund muss langsam und stetig überzeugt werden. Er ist ein Teil von uns, mit dem man sich behutsam anfreundet und den man nicht überlistet.

Mit dem Bewusstsein, dass es in Ordnung und normal ist, dass es eben nicht von einem Tag auf den anderen passiert, geben wir uns die Möglichkeit diese Schritte mit Spaß zu gehen. Eine Veränderung ist ein Prozess, der aus verschiedenen Bereichen unseres Lebens besteht.

Die Kunst und unsere einzige Chance ist es, die kleinen Fortschritte zu erkennen. (Jetzt habe ich es tatsächlich einmal geschafft, obwohl ich wollte, nicht zu essen. Ich bin echt cool!)

Es macht Sinn, den Blick etwas vom großen Ziel abzudrehen.

Zwischenziele zu formulieren. (Einmal die Woche, esse ich keine Chips. Einmal die Woche esse ich abends ein paar Möhren vor dem Fernseher. Ich nehme mir nur ein kleines Schüsselchen aus der Tüte, esse die mit Genuss und den Rest der Tüte hebe ich mir auf.)

Diese Zwischenziele sind einfacher zu erreichen und stärken uns auf dem Weg zum großen Ziel. (Das nächste Ziel könnte dann sein – zweimal die Woche, dreimal die Woche, nicht mehr als eine Tüte pro Woche. Jedes zweite Mal wenn ich die Lust verspüre, hole ich mir stattdessen etwas Gesundes aus dem Kühlschrank.)

Das funktioniert ebenso mit Schokolade.

Oder joggen gehen.

Oder allem Anderen!

Ein letzter wichtiger Punkt noch: Stelle dir vor, du hast dein Ziel erreicht. Wie fühlt sich das an? Hast du Freude daran? Falls das nicht so ist, ist es auch nicht dein Ziel.

Was möchtest du gerne verändern in deinem Leben? Und bringt es dir dann Freude? Und was könnte dann der erste Schritt sein?

Enjoy.

 

Herzlich,

Tina